← Alle Weinregionen

Weinregion

Paros — Marmor, Meer und Monemvasia

Steckbrief

Lage

Kykladen, Zentrale Ägäis

Klima

Heiß-mediterran, starke Meltemi-Winde, trocken

Böden

Marmor, Granit, Gneis, Lehm, Sand

Hauptrebsorten

Monemvasia, Mandilaria

Anbaufläche

~200 ha

Herkunftsbezeichnungen

Paros PDO

Klima und Terroir

Paros liegt im Herzen der Kykladen, zwischen Naxos und Antiparos, und teilt das typische Kykladenklima: heiße, trockene Sommer, milde Winter und den allgegenwärtigen Meltemi — den starken Nordwind, der von Juni bis September über die Inseln fegt. Die Niederschläge sind gering — unter 400 mm jährlich — und fallen fast ausschließlich im Winter.

Das Besondere an Paros ist sein geologisches Erbe: Die Insel ist berühmt für ihren Marmor, der seit der Antike für die bedeutendsten Skulpturen Griechenlands verwendet wird — darunter Teile des Parthenon-Frieses und der Hermes des Praxiteles. Dieser Marmor — und die begleitenden Formationen aus Granit und Gneis — bildet auch das Grundgestein vieler Weinberge. Die Verwitterung dieser metamorphen Gesteine ergibt Böden von außergewöhnlicher mineralischer Vielfalt, die den Weinen eine steinige, fast kalkige Textur verleihen.

Die Weinberge liegen vorwiegend auf den sanften Hügeln im Zentrum und Norden der Insel, auf Höhen von 50 bis 300 Metern. Der Meltemi ist hier weniger extrem als auf dem nackten Fels Santorinis, da die Landschaft sanfter und stellenweise durch Trockensteinmauern geschützt ist. Dennoch spielt der Wind eine zentrale Rolle: Er trocknet die Trauben nach dem Morgentau, reduziert Pilzkrankheiten und kühlt die Beeren während der heißesten Tagesstunden.

Die Nähe zum Meer — kein Punkt auf Paros ist weiter als 5 km von der Küste entfernt — bringt eine salzige Brise, die sich in den Weinen als subtile maritime Note widerspiegelt. Die Kombination aus Marmorboden, Wind und Meeressalz schafft ein Terroir, das in den Kykladen einzigartig ist und sich deutlich von Santorinis vulkanischer Extremität unterscheidet.

Rebsorten aus Paros

Monemvasia ist eine weiße Rebsorte mit einer faszinierenden Geschichte. Ihr Name verweist auf die Festungsstadt Monemvasia auf der Peloponnes, von wo aus im Mittelalter der berühmte Malvasia-Wein verschifft wurde. Auf Paros ergibt Monemvasia trockene Weißweine von moderater Säure, mit Aromen von reifer Birne, weißen Blüten und Honig. In der traditionellen Paros-Cuvée wird sie mit Mandilaria zusammen vergoren — eine Praxis, die in der Weinwelt äußerst selten ist.

Mandilaria ist das rote Gegenstück: eine dickschalige Sorte, die tiefgefärbte, tanninreiche Weine mit Aromen von dunklen Beeren, Pflaume und Gewürzen ergibt. Allein vinifiziert kann Mandilaria etwas rustikal wirken — doch genau deshalb funktioniert die Kombination mit Monemvasia so gut. Die weiße Sorte bringt Frische, Aromatik und Eleganz ein und mildert die Strenge der Mandilaria.

Moraitis produziert sowohl die traditionelle Mischcuvée als auch sortenreine Versionen: eleganten Monemvasia-Weißwein und konzentrierten Mandilaria-Rotwein. Diese Bandbreite zeigt das Potenzial beider Sorten, die außerhalb der Kykladen kaum angebaut werden.

Geschichte

Paros blickt auf eine Weinbautradition zurück, die bis in die Bronzezeit reicht. Die Kykladen waren frühe Zentren des Weinbaus, und archäologische Funde auf Paros belegen Weinproduktion seit mindestens 3.000 Jahren. In der Antike war der Wein der Kykladen geschätzt — Archilochos, der aus Paros stammende Dichter des 7. Jahrhunderts v. Chr., pries den Wein seiner Heimatinsel in seinen Versen.

Im Mittelalter erlangte die Malvasia-Traube — heute als Monemvasia bekannt — internationale Berühmtheit. Venezianische Händler exportierten ‚Malvasier' von den griechischen Inseln nach ganz Europa, und Paros war einer der Lieferanten. Shakespeare, Chaucer und andere erwähnten Malvasia in ihren Werken.

Die Familie Moraitis begann 1910 mit der Weinproduktion auf Paros und ist damit das älteste Familienweingut der Kykladen. Über vier Generationen hat die Familie die Traditionen der Insel bewahrt — insbesondere die einzigartige Praxis, Monemvasia und Mandilaria gemeinsam zu vinifizieren. 1981 erhielt Paros den PDO-Status.

Heute steht Paros am Beginn einer neuen Ära. Der Tourismus hat der Insel wirtschaftliche Stärke gebracht, und jüngere Winzer beginnen, die alten Sorten mit frischem Blick zu interpretieren. Moraitis, nun in der vierten Generation, verbindet Familientradition mit modernem Weinbau und zeigt, dass Paros weit mehr zu bieten hat als Postkarten-Romantik.

Weingüter aus Paros bei CAVA

Alle Weine aus Paros im Sortiment →

Speiseempfehlungen

Die Weine von Paros sind natürliche Begleiter der Kykladenküche, die von Einfachheit und Meeresaromen geprägt ist. Monemvasia-Weißwein passt hervorragend zu gegrilltem Fisch, Tintenfisch, Garnelen mit Ouzo und den berühmten Kykladenkäsen — insbesondere Graviera und Mizithra.

Mandilaria-Rotwein, mit seiner Kraft und seinem Tannin, begleitet gegrilltes Lamm, Ziegenfleisch, Loukaniko-Würstchen und die herzhaften Gerichte der Inselküche: Revithada (Kichererbsen-Eintopf aus dem Holzofen) und Gouna (sonnengetrocknete Makrele). Die traditionelle Paros-Cuvée aus Monemvasia und Mandilaria ist ein vielseitiger Essensbegleiter, der sowohl zu Fisch als auch zu Fleisch funktioniert.

In Berlin empfehlen wir Moraitis' Weine zu einem klassischen Mezze-Abend: Hummus, Melitzanosalata (Auberginencreme), Dolmadakia, Feta-Pfefferpastete und frisches Brot — einfache Gerichte, die von der ehrlichen Qualität kykladischer Weine leben.

Reisetipp: Paros besuchen

Paros erreichen Sie per Fähre ab Piräus (3–4 Stunden mit Hochgeschwindigkeitsfähre) oder per Flug ab Athen (35 Min.). Das Weingut Moraitis in Naoussa (nicht zu verwechseln mit der makedonischen Appellation) empfängt Besucher. Erkunden Sie die Altstadt von Parikia mit der berühmten Panagia Ekatontapyliani (Kirche der hundert Tore), die Marmorsteinbrüche und die traditionellen Dörfer Lefkes und Marpissa im Inselinneren. Die Strände von Kolymbithres mit ihren Granitformationen sind einzigartig. Beste Reisezeit: Juni oder September, wenn die Insel ruhiger und günstiger ist als im August.

Häufige Fragen zu Paros

Was ist die Paros-Cuvée?

Eine einzigartige Tradition: Die weiße Monemvasia und die rote Mandilaria werden gemeinsam vinifiziert. Das Ergebnis ist ein eigenständiger Wein, der Elemente von Weiß- und Rotwein vereint.

Was ist Monemvasia?

Eine weiße Kykladentraube, die im Mittelalter als ‚Malvasia' weltberühmt war. Auf Paros ergibt sie trockene Weißweine mit Aromen von Birne, Blüten und Honig. Sie ist genetisch mit der italienischen Malvasia verwandt.

Wer ist Moraitis?

Das älteste Familienweingut der Kykladen, gegründet 1910 auf Paros. Seit vier Generationen bewahrt die Familie die Weintradition der Insel und produziert Monemvasia, Mandilaria und die traditionelle Paros-Cuvée.

Wie schmeckt Mandilaria?

Tieffarbig, tanninreich, mit Aromen von dunklen Beeren, Pflaumen und Gewürzen. Allein vinifiziert kann Mandilaria kräftig und rustikal wirken — in der Cuvée mit Monemvasia zeigt sie sich zugänglicher und eleganter.

Gibt es Ähnlichkeiten zwischen Paros und Santorini?

Beide liegen in den Kykladen und teilen das Meltemi-Klima, unterscheiden sich aber im Boden grundlegend: Santorini ist vulkanisch, Paros besteht aus Marmor und Granit. Die Weinstile sind entsprechend verschieden.