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Weinregion

Mantinia — Aromenwunder auf der Hochebene

Steckbrief

Lage

Arkadien, Zentral-Peloponnes, Hochebene 650 m

Klima

Kühl-mediterran, kalte Winter, milde Sommer, hohe Tag-Nacht-Amplitude

Böden

Kalkstein, roter Lehm, kalkreicher Mergel

Hauptrebsorten

Moschofilero, Agiorgitiko

Anbaufläche

~900 ha

Herkunftsbezeichnungen

Mantinia PDO

Klima und Terroir

Die Hochebene von Mantinia in der arkadischen Berglandschaft der Zentralpeloponnes ist eines der kühlsten Weinbaugebiete Griechenlands. Auf rund 650 Metern Höhe, umgeben von Bergen, die auf über 1.000 Meter ansteigen, herrscht ein Klima, das sich grundlegend von den heißen Küstenregionen des Landes unterscheidet. Winter mit Frost und gelegentlichem Schnee, Frühjahr mit ausreichend Regen, Sommer mit moderaten Tagestemperaturen und — entscheidend — kühle Nächte, die bis auf 10–12 °C absinken.

Diese ausgeprägte Tagestemperaturamplitude ist das Geheimnis der Moschofilero-Qualität. Während der Tag genügend Wärme bietet, um die Trauben vollständig auszureifen, schützen die kalten Nächte die empfindlichen Aromastoffe und bewahren die natürliche Säure. Moschofilero ist eine spätreifende Sorte — die Ernte beginnt hier erst Mitte September, manchmal erst Anfang Oktober.

Die Böden bestehen vorwiegend aus Kalkstein und rotem Lehm, durchsetzt mit kalkhaltigen Mergelschichten. Diese Kombination sorgt für gute Drainage und verleiht den Weinen eine feine Mineralität, die das florale Bouquet ergänzt. Die Hochebene selbst ist flach bis sanft hügelig, was maschinelle Bewirtschaftung erleichtert, während die umliegenden Berge Schutz vor extremen Wetterereignissen bieten.

Ein besonderes Phänomen ist der Einfluss des alten Taka-Sees, der bis ins 19. Jahrhundert die Ebene teilweise bedeckte. Obwohl er heute trockengelegt ist, haben die lakustrinen Sedimente den Boden mit Mineralien angereichert, die sich in der Komplexität der Weine widerspiegeln.

Rebsorten aus Mantinia

Moschofilero ist eine der ungewöhnlichsten Rebsorten Griechenlands: Ihre Beerenhaut ist rosa bis rötlich, doch sie wird fast ausschließlich als Weißwein gekeltert. Der Name leitet sich von ‚moscho' (Moschus) und ‚filero' (Blatt) ab und deutet auf die intensive Aromatik hin. Die Weine duften nach Rosenblüten, Orangenblüten, Litschi und weißem Pfirsich, am Gaumen zeigen sie eine lebhafte Säure, moderaten Alkohol (meist 11,5–12,5 %) und ein feines, fast parfümiertes Finish.

Moschofilero wird manchmal mit Gewürztraminer verglichen, besitzt aber mehr Finesse und weniger Schwere. In den letzten Jahren haben einige Erzeuger auch Schaumweine und sogar Rosé-Versionen aus der Sorte produziert. Als Zweitsorte der Region dient Agiorgitiko für Rotweine, die hier in den Hochlagen besonders elegant und kühlfruchtend ausfallen.

Geschichte

Die arkadische Hochebene ist seit der Antike Weinland. In der Nähe liegt das antike Tegea, eine der bedeutendsten Städte Arkadiens, deren Bewohner Wein anbauten und den Gott Dionysos verehrten. Die historische Region Mantineia — berühmt für die Schlacht von 362 v. Chr. zwischen Theben und Sparta — gab der Weinappellation ihren Namen.

Unter byzantinischer Herrschaft wurde der Weinbau von Klöstern gepflegt, und Moschofilero etablierte sich als lokale Spezialität. Im 19. Jahrhundert war die Sorte weit verbreitet, doch Reblaus und Phylloxera dezimierten die Bestände erheblich. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geriet Mantinia in Vergessenheit.

Die Wiederentdeckung begann in den 1980er Jahren. Yiannis Tselepos, ausgebildet in Dijon, kehrte nach Mantinia zurück und gründete 1989 sein Weingut. Er vinifizierte Moschofilero mit modernen Methoden — temperaturkontrollierte Gärung, reduktiver Ausbau — und schuf Weine, die international Aufmerksamkeit erregten. 1971 hatte Mantinia den PDO-Status erhalten, doch erst Tselepos und andere Pioniere füllten diese Bezeichnung mit Qualität. Heute ist Mantinia PDO eine der renommiertesten Weißwein-Appellationen Griechenlands.

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Speiseempfehlungen

Moschofilero aus Mantinia ist ein herausragender Aperitif — seine Aromatik und seine Frische laden zum ersten Schluck ein. Am Tisch harmoniert er wunderbar mit leichter mediterraner Küche: griechischer Salat mit Feta und Oliven, Tzatziki, Taramosalata und frischem Weißbrot.

Die florale Aromatik des Weins ergänzt Gerichte mit Kräutern und Zitrus besonders gut: Hähnchen mit Zitrone und Oregano, gebratener Fisch mit Kapern, Garnelen Saganaki oder eine Spanakopita (Spinat-Feta-Pastete). Auch die asiatische Küche profitiert von Moschofileros Aromatik — Thai-Curries mit Kokosmilch, vietnamesische Frühlingsrollen oder Sushi finden in ihm einen überraschend harmonischen Begleiter.

Als Dessertwein-Alternative können Sie Moschofilero zu frischem Obstsalat, Panna Cotta mit Rosensirup oder einer leichten Galaktoboureko (griechischer Grießpudding in Filo) reichen.

Reisetipp: Mantinia besuchen

Mantinia erreichen Sie von Athen in etwa zwei Stunden über Tripoli. Die Hochebene liegt eingebettet in die arkadische Bergwelt — eine der schönsten Landschaften der Peloponnes. Besuchen Sie Ktima Tselepos in Rizes, wo Sie Moschofilero direkt an der Quelle verkosten können. In der Nähe liegt das antike Tegea mit seinem Athena-Tempel. Die mittelalterliche Bergstadt Dimitsana (45 Min.) und die Schlucht von Lousios bieten spektakuläre Wandermöglichkeiten. Beste Reisezeit: Mai/Juni oder September/Oktober. Verbinden Sie Mantinia mit einem Besuch in Nemea (40 Min.) für den roten Kontrast.

Häufige Fragen zu Mantinia

Was ist Moschofilero?

Eine rosahäutige griechische Rebsorte, die als Weißwein gekeltert wird. Sie liefert aromatische, frische Weine mit Noten von Rosenblüten, Litschi und Zitrusfrüchten bei moderatem Alkoholgehalt.

Warum ist Mantinia so kühl für Griechenland?

Die Hochebene liegt auf 650 Metern Höhe, umgeben von Bergen. Diese Höhenlage sorgt für kalte Winter und kühle Sommernächte mit Temperaturen um 10–12 °C — ideal für aromatische Weißweine.

Ist Moschofilero mit Gewürztraminer verwandt?

Nein, trotz ähnlicher Aromatik sind sie genetisch nicht verwandt. Moschofilero ist eine autochthone griechische Sorte, die allerdings eine vergleichbare Terpene-Dominanz zeigt.

Wie trinkt man Moschofilero am besten?

Jung trinken (1–3 Jahre), gut gekühlt bei 8–10 °C. Er ist ein ausgezeichneter Aperitif und Begleiter zu leichter mediterraner Küche, Fisch und asiatischen Gerichten.

Welche Mantinia-Weine führt CAVA?

CAVA führt Moschofilero von Domaine Tselepos, einem der Pioniere der Region, sowie von Koutsodimos. Beide Erzeuger repräsentieren das Beste der Mantinia-Hochebene.